Tu‘ mir weh

Ich weiss nicht, was momentan mit mir geschieht. Immer öfter ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass er mir weh tun soll.   M e h r  weh tun soll.

Wer hätte je gedacht, dass wir beide uns überhaupt finden? Er, ein genussvoller Sadist aus Leidenschaft. Ich, eine sensible Submissive aus Hingabe.

Ein Raum im Universum, der uns gehört. Ein gemeinsames Zuhause auf Zeit.

Ich kann nicht genau sagen, wie lange wir uns eigentlich kennen. Jahre, jedenfalls. Wir hatten immer mal wieder Episoden; kurzen, heissen Sex. Gestohlen, denn ich wollte gar nicht. Nicht unter diesen Umständen. Nicht wir beide. Die Freundschaft hatte sich zuerst aufgebaut und wurde nur manchmal unterbrochen, von kurzen eruptiven Ausbrüchen. Ins Bett, ficken, gut ist.

Sehr gut, um genau zu sein.

Letztes Jahr, Ende September war es, ging zum ersten Mal ein Fenster auf bei mir. Meine Seele lies frische Luft herein, bog die Gitter des Verlieses etwas auseinander, lud ein paar Sonnenstrahlen ein. Wir hatten ein Erlebnis, dass sich emotional tief in meine Seele eingegraben hat. Dennoch kann ich heute den genauen Ablauf nicht mehr schildern. Ich glaube, er spielte mit Strom…

Das Bild vor meinem inneren Auge: Ich, nackt, vor ihm kniend. Er hatte mich sanft hinab gedrückt, mir den Bademantel von den Schultern gestreift. Keine 10 Minuten vorher noch, hatte ich mich gewunden, geweigert. Vögeln, ja. Aber…. Nein. Nicht das.

Ich hatte ihn oral befriedigt (etwas, wofür ich nicht grade bekannt bin), sein Samen war in meinem Gesicht, ich kostete etwas davon. Es schmeckte süss. Was auf meiner Zunge gelandet war, gefiel mir. Danach fiel ich etwa drei Tage in einen amöbischen Zustand, wie ich es nannte. Mein gesamtes Sein war dauergeil, es pulsierte in mir, ich wollte Sex mit ihm. Ich war ein primitiv geartetes weiches Ding mit Öffnungen.

Und ich lernte. Obwohl ich „das Fenster“ geöffnet hatte, war meine Seele geschützt. Mir passierte nichts. Ich war weiter geborgen, es gab keine Verletzungen, keinen Verlust.

De facto machten wir nachher genau so weiter, wie vorher schon: wir waren beste Freunde. Nur, dass nun nach und nach der Sex immer bewusster, intensiver wurde.

So intensiv, dass ich nun staunend auf die Tatsache blicke, dass mir die Aussicht auf Schmerz Lust bereitet. Truly submissive, girl.

Hat dir dieser Artikel gefallen? Zeig‘ es mir, like mich! Freue mich auch über Kommentare und Fragen.

14 Gedanken zu “Tu‘ mir weh

  1. Leopard65 sagt:

    Hallo devote Romantikerin. Ich bin über Master Dan auf deine Site gekommen. Bei mir passiert etwas ganz ähnliches. Ich habe null Erfahrung in BDSM aber seit drei vier Monaten sehne ich mich richtig danach. Ich bin in Scheidung (nicht wegen BDSM) und hatte wenig Blümchensex. Ich bin richtig offen für alles was mit BDSM zu tun hat. Ich gehe am Freitag zum ersten mal an eine Stammtisch. Bin schon sehr gespannt. Ich stelle mir aber vor das es schwierig ist eine Partnerin mit den gleichen Bedürfnissen zu finden. Ich möchte beide Seiten probieren, aber ich weiss nicht ob ich die Schmerzen überhaupt aushalte.
    Ich finde deinen Blog toll und werde ihm ab jetzt folgen
    Liebe Grüsse Leopard65

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Lieber Leopard65, es freut mich sehr, dass mein Blog dir gefällt und die Themen dich ansprechen. Bei mir ist es nicht so, dass ich mich nach etwas sehne, dass ich nicht kenne. Ich bin „schon immer“ devot, allerdings kaum masochistisch. Mir ist bewusst, dass es manchmal klingt, als täte ich diese Dinge zum ersten Mal. Das stimmt in einem gewissen Sinne auch. BDSM ist sehr intensiv und man erlebt es mit jedem Partner wieder anders. Bei mir kommt noch dazu, dass ich mich nicht leicht öffne, und wenn es dann mal geschieht…
      Jedenfalls wünsche ich dir prickelnde und erotische Erlebnisse auf deiner Entdeckungsreise und tolle neue Bekanntschaften beim Stammtisch am Freitag. Herzliche Grüsse, Stella

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  2. WeisstDuDochNicht sagt:

    „Primitiv geartetes weiches Ding mit Öffnungen.“ Schöne Beschreibung. Das Leben kann so einfach sein und Se kann so gut sein, wenn man es nur zuläast und den richtigen Partner hat. Ich würde gerne mal jemandem physischen Schmerz zufügen der es braucht.

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