Schlucken

Hinunterschlucken – laut Duden „eine heftige Gefühlsäusserung unterdrücken“. Ich muss lächeln. Und weiter „(etwas) widerspruchslos hinnehmen …“. Lach‘. Klar, widerspruchslos. Wenn man in dem Moment den Mund voll hat…

Man könnte es auch aus einer anderen Perspektive sehen: „eine heftige Gefühlsäusserung zulassen“. Oder „(etwas) freudig empfangen“.

Liegt es an der Pornoindustrie, dass frau zuweilen das Gefühl bekommt, immer und überall wird Sperma geschluckt, was das Zeug hält? Einmal habe ich gelesen, das Frauen in den USA sich auf’s Blasen verlegt haben, aber dem Mann Zugang zu ihrer Vagina verwehren, bis sich eine ernsthafte Beziehung entwickelt hat. Interessante Sichtweise. Blasen wird als weniger intim angesehen als Penetration?

Französisch, scheint mir, ist ein grosses Thema. Männer lieben es. Oder? Ich liebe, das Männer so erfrischend unkompliziert sind. Du musst ihnen nicht den Rücken kraulen, die Arme streicheln, den Nacken verküssen. Sie fühlen sich nicht „auf ein Körperteil reduziert“, wenn du dich einzig und fast ausschliesslich mit Leidenschaft ihrem Schwanz und den Eiern widmest. Und ihn hingebungsvoll bläst. Was ein Thema für sich ist. Bleiben wir beim Schlucken.

Der Duden meint weiter zu „hinunterschlucken“: „über sich ergehen lassen“. Ich stelle mir eine Frau (oder einen Mann, aber ich glaube, die haben grundsätzlich weniger Aversion bezüglich Körperflüssigkeiten) vor, die ihrem Partner zuliebe sein Sperma schluckt. Wenn sie es beeinflussen kann, lässt sie ihn abspritzen, irgendwohin. Oder sie nimmt das Sperma zunächst mit dem Mund auf, und spuckt es dann wieder aus. Oder sie „schluckt halt“, weil er es so will. Für mich keine Option. Meine These: wenn eine Frau in der Sexualität Dinge tut, auf die sie keine Lust hat, verliert sie das Gespür für sich selbst, für ihre eigene Sexualität. Wie soll das auch funktionieren: sie tut etwas, das ihr keinen Spass macht, und dadurch soll sie geil werden?!?

Ich finde, das Gegenteil ist richtig: eine Frau sollte absolut authentisch sein, was ihre erotischen Gefühle anbelangt, und auf keinen Fall irgendetwas vorspielen oder so tun als ob. Ich stelle es mir desaströs vor für einen Mann, wenn er beispielsweise nach Jahren in der Beziehung erfahren würde „Ich habe dir die Orgasmen vorgespielt“. Wobei es mir auch immer wieder ein Rätsel ist, wenn Männer das nicht merken… Aber zurück zum Thema.

Wo waren wir? Für die gegenseitige Bindung und langfristige Freude am Sex ist es gut, wenn auch der Frau gefällt, was sie tut. In Internetforen finden sich interessante Leads. So nach dem Motto

„Wie bringe ich meine Freundin dazu, dass sie schluckt?“

Eine Frau antwortet zum Beispiel „…verlange nichts, was du nicht auch selbst tust. Zeige ihr wie du dein eigenes Sperma schluckst. Das könnte sie überzeugen es auch selbst einmal zu probieren“. Interessanter Ansatz. Ich stelle mir grade eine Vanilla Frau vor, die zuguckt, wie ihr Mann sein Sperma von irgendwo abschleckt, etwas davon auf den Finger nimmt, es ihr hinhält und sagt „Guck mal. Willst auch probieren?“ Ein Hoch auf die Experimentierfreudigen. Gröl. Die Frau Dr. Sommer in mir rät einem dominanten Mann stark davon ab, dies zu erproben. Was zwar überflüssig ist. Denn es gibt keinen Dominanten, der auf die Idee käme. Ist der Mann devot, wird er es eher tun (wollen), allerdings ohne Hoffnung, dass die FemDom mal probieren möchte ;-).

Auch witzig: „Nase zuhalten,dann gehts nicht anders.“ Probiere das mit mir, ohne es vorher abgesprochen zu haben, und du hast 1. dein Sperma wenig später im Gesicht und 2. bist ein toter Mann.

Die ganz Sensiblen sagen: „Halte kurz bevor du kommst ihren Hinterkopf fest, so das sie nicht zurück kann“. Hhm. Klasse Methode, das Vertrauen einer Frau zu gewinnen… Aber macht ja nichts, du wirst sie nach dieser Episode eh nicht wieder sehen.

Auch ein Hit zur Vertrauensbildung „Spritze ihr ohne Vorwarnung in den Mund. Was kann sie dann noch ändern?“

Hier noch der Prollo-Knaller: „Ist doch egal was die Schlampe denkt. Ich fick‘ ihr das Gesicht und nachher bin ich weg“. Fühl‘ dich ins Gesicht gekotzt, Alda.

Ihr werdet gemerkt haben, dass ich bis jetzt aus Vanilla Perspektive geschrieben habe. Im BDSM Bereich tun sich naturgemäss noch weitere Facetten auf. Doch lassen wir zunächst nochmal die Frau Dr. Sommer ein paar grundsätzliche Tipps festhalten:

A. Thematisiere deinen Wunsch. Eine Frau muss nicht sofort begeistert sein, und du brauchst auch kein schlechtes Gewissen zu haben, weil du dieses Bedürfnis hast.

B. Höre der Frau zu. Was sind ihre Bedürfnisse? Was mag sie? Was mag sie nicht und warum? Möchte sie es einmal probieren? Falls ja, super! Falls nein: Akzeptiere das und suche mit ihr gemeinsam einen Kompromiss, der für beide passt. Lass‘ sie vorläufig in Ruhe mit dem Thema. Sie weiss jetzt, dass du es dir wünschst. Gut möglich, dass sie irgend wann darauf zurück kommt, oder weitere Fragen stellt. Sei offen dafür, und bleib‘ cool.

Dann wären da noch…

Die BDSM Facetten

Most sexy. Für mich jedenfalls. Da gibt es zum Beispiel den „Consensual Nonconsent“. Das heisst, beide sind sich einig darüber und finden es scharf, wenn er sie „übermannt“, ihr seinen Willen aufzwingt. Somit kommen alle oben aufgelisteten „Killervarianten“ wieder ins Spiel, aber in neuem Kontext. Es kann wahnsinnig erregend sein, gefesselt da zu liegen, zu zappeln und sein ganzes „ich will nicht, ich trau‘ mich nicht, ich bin mir nicht sicher, ich hab‘ bisschen Angst“ rauszulassen, und er hält dir dann einfach den Kopf fest, tut es, und, voila, die Hürde ist überwunden. Selbstverständlich hat sich der Dom vorher ein Bild davon gemacht, wie du tickst. Er weiss, was geht und was nicht und wird die Schritte so wählen, dass du ihm glücklich und geil folgen wirst.

Höchst erregend: Dein Kopf ist mit einem Kopfharnisch bewegungslos festgemacht, vielleicht trägst du sogar einen Knebelring oder Gag, der verhindert, dass du deinen Mund schliessen kannst.

Und auch hier noch die süsse Königsdisziplin: Er hat kontinuierlich dein Vertrauen aufgebaut und kennt deinen Körper so gut, dass er dich unendlich scharf machen kann. Du liebst ihn über alles, und in dir wächst das Bedürfnis, ihm dies intensiv zu zeigen. Es kommt der Punkt, an dem du ihn anflehst, es ihm französisch machen zu dürfen. Du bettelst darum, seinen Schwanz verwöhnen zu dürfen. Wenn du spürst, dass er kommt, sperrst du freudig den Mund auf, glücklich nimmst du sein Sperma auf.

Mit seinem Sperma im Mund kannst du vielfältig spielen. Dafür wird er dich lieben. Du kannst es dir tief in den Rachen schiessen lassen, wenn du Deep Throat machst. Oder du kannst es auf der Zunge lassen, den Mund öffnen und ihm zeigen, während du ihn glücklich anlächelst. Du kannst dir die Reste, die auf deinem Gesicht gelandet sind, genüsslich ablecken. Oder er sammelt diese mit seinem Finger zusammen und bringt sie in deinen geöffneten Mund. Und natürlich: du schluckst es.

Mein erstes Mal

Manche Frauen tun es „schon immer“, andere wollen es gar nie. Ich selbst bin nicht wirklich die Körperflüssigkeitenfanatikerin. So kam ich in meinem Leben „immer mal wieder in die Nähe“ von Sperma, oder habe ein bisschen was abgekriegt. Aber nie so wirklich… Bis zu dem Tag. Wenn ich behaupten würde, ich war unendlich geil auf ihn, wäre das eine schamlose Untertreibung. Mein gesamtes Sein war eine einzige scharfe Masse voller Leidenschaft und Liebe für ihn. Als Devote ist meine Unterordnung ein starker Ausdruck von Liebe, den ich geniesse und in dem ich mich auch geborgen fühle und aufgehe. Es ist einfach das schönste Gefühl das es gibt für mich.

An dem Tag waren wir erotisch über einige Grenzen gegangen, ich war wild und nass und lüstern ohne Ende. Ich hätte alles für ihn getan und mein gesamtes Denken drehte sich nur noch darum, wie ich diesem Mann gefallen könnte, ihn erfreuen, ihn sexuell zufrieden stellen, ihn glücklich machen, ihn lieben. Ich hatte ihn noch nicht mal geblasen. Den ganzen Abend hatte ich es mir schon gewünscht, aber wir hatten so viel anderes gemacht, oder, vielmehr: ER hatte soviel anderes mit mir gemacht, dass es gar nicht dazu kam, seinen herrlichen Schwanz in den Mund zu nehmen. Ich war absolut „at his mercy“ und er spielte virtuos mit meinem Körper und meinen Empfindungen.

Ich lag auf dem Rücken im Bett, Arme und Beine gespreizt und an die Pfosten des Bettes gefesselt. Er bekam Durst und drank etwas Mineralwasser. Mit einem Blick auf mich hielt er mir die Flasche hin, ich öffnete den Mund und er goss sachte Wasser in meinen Rachen. Ich schluckte. Grinsend beugte er sich vor und raunte mir ins Ohr „Wenn ich dich so sehe, kommt mir ein Gedanke…“ Ich lächelte. Mir war bewusst, heute würde es geschehen. Als er so weit war, kam er über mein Gesicht und wichste seinen Schwanz. Meine früheren Hemmungen waren inexistent. Ich öffnete den Mund weit und wartete gespannt auf seine Ladung. Dann kam der Moment. Es war nicht schwierig. Im Gegenteil. Was auf meiner Zunge landete, schmeckte mir. Ich behielt es noch ein wenig im Mund, wollte den Augenblick auskosten. Dann schluckte ich es hinunter. Es war ein erregender, geiler, glückseliger Akt, der meine hingebungsvolle Devotie für ihn noch steigerte.

Hat dir dieser Artikel gefallen? Zeig’ es mir, like mich! Freue mich über Kommentare und Fragen.

17 Gedanken zu “Schlucken

  1. karimausi sagt:

    Volle Zustimmung in allen Punkten! 🙂

    Nur: ich mach auch mal Dinge, die mich nicht unbedingt geil machen, aber mir zumindest nicht zuwider sind, wenn sie meine Partnerin geil machen. Das sie heiß ist, macht mich auch heiß und außerdem weiß ich, dass sie es genauso hält und ich mich auch mal über Dinge freuen kann, die sie nicht unbedingt geil machen.

    Gefällt 1 Person

  2. Huge sagt:

    Shocking to hear those bad advises on how to get her to swallow.
    Hi. Just read your blog. Love your writing and reading your experience was a turn on.
    What interested me the most is the fact you are able to reach a state of total devotion with the right person.

    Gefällt 2 Personen

  3. Marcello Francé sagt:

    „Ich liebe, das Männer so erfrischend unkompliziert sind.“ Alle? ^^ „…verlange nichts, was du nicht auch selbst tust. Zeige ihr wie du dein eigenes Sperma schluckst. Das könnte sie überzeugen es auch selbst einmal zu probieren” Klingt sehr plausibel 😀 Sonst interessanter Artikel. Mich würde gerne mal interessieren, warum viele Männer das so mögen. Bin zwar selber einer, aber das heißt nicht, dass ich das weiß. Wäre sozio-psychologisch echt interessant.

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Hallo Marcello, nun ja, meiner Erfahrung nach sind die erotischen Bedürfnisse eines Mannes oftmals tatsächlich „erfrischend unkompliziert“, vergleicht man sie mit dem „störanfälligen System“ von uns Frauen.
      Freut mich, dass dir der Artikel gefällt.

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      1. me44fun sagt:

        Sehr schöner Artikel.
        Und zum Thema „erfrischend unkompliziert“:
        Der Spruch „Komm nackt, bring Essen / Trinken“ ist zwar schon uralt, aber den Hetero gepolten Mann möchte ich sehen, den eine auch nur ansatzweise in sein Gefällt-mir-Profil passende Frau mit der Ausführung dieses einfachen Wunsches nicht rum bekommt. Und Männer sagen das nicht nur, die meinen das auch.
        Manchmal wäre es schön, wenn Frauen sich so klar ausdrücken würden. 😉

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  4. Lord Lucifer sagt:

    Super Artikel, eine Frage bleibt mir aber noch. Habe ich dich richtig verstanden, dass es für dich eher an dem Mann lag und es bei ihm nicht nur „in Ordnung“ war zu schlucken, sondern dass du es bei ihm sogar gerne getan hast? Oder war es nur das eine Mal und wenn er es zwei Tage später nochmal wollte hättest du es nicht mehr gewollt?

    Für mich als dom ist es interessant zu lesen wie sich das ändern kann. Eine Frau die kein Sperma im Mund haben möchte wird aufeinmal zum braven sperma-nymphomanischen Wesen im Eifer des Gefechts. Also wäre nett, wenn du das vielleicht noch etwas für mich aufdröseln könntest, wenn du Zeit hast 🙂

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Es braucht eine sehr grosse Nähe und Zuneigung zu dem Mann (und: er muss gut schmecken!). Er hat das ganze langsam ‚aufgebaut‘, was sicher zum Erfolg beitrug. Das ist aber meine persönliche Präferenz, da gibt es grosse Unterschiede. Grundsätzlich ist es wohl so, dass die Sub bei vielem mitgeht, wenn sie Vertrauen hat. Während des Spiels ist es (bei mir) wichtig, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen – wenn ich nämlich schon genügend heiss (auf ihn) bin. Und ja, wir haben es nachher noch oft und in vielen Varianten genossen. *lächel* Jetzt habe ich grad‘ einen Erinnerungsflash.

      PS. Unter dem Post bei ‚ähnliche Artikel‘ findest du „Tu mir weh“ und „In meiner kleinen Welt“, beide führen das Thema weiter 😉

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