Bimbos

Es gibt Dom’s, die ihre Sub als Bimbo sehen wollen. Den entsprechenden Trainingsvorgang nennt man Bimbofication. Was ist eigentlich ein Bimbo Girl? Man könnte es annähernd mit „Tussi“ übersetzen. Ein wichtiges optisches Merkmal heisst „unübersehbar künstlich“.

Aussehen: Lange Haare, so nah an platinblond wie irgend möglich. Extensions sind sehr willkommen, Styling ist Pflicht. Schlauchbootlippen. Übertriebene Solariumbräune. Künstliche Fingernägel. Lang, schrille Farben, so viel Glitter wie drauf haften bleibt. Falsche Titten, je grösser, desto besser. Make up, egal wo, egal wann, einfach immer, und immer stark. Falsche lange Wimpern, reichlich dunkler Lidschatten, Lippenstiftfarben weit von dezent entfernt, Foundation – schlicht das volle Programm.

Kleidung / Aufmachung: Gerne viel Rosa. Bescheuerte Tatoos (z.B. Schmetterlinge, die Richtung Arschspalte fliegen) sind ein Renner. Extrem offensive, d.h. nuttige Kleidung: grosser Ausschnitt, kurzer Rock, alles so eng wie möglich. Unterwäsche? Ups, vergessen! Kicher…High Heels machen den Look komplett.

Hobbies: Zwei Stunden „Gym“ am Tag ist Pflicht. Sonst: Mode, Schminke, High Heels. Und natürlich: Männer!

Charakter: Oberflächlich. „Hirnlos und dauergeil“ ist ein erklärtes Ziel. Promiskuitiv wird gern gesehen, je nachdem sogar antrainiert. Kichern statt denken. Der Dom einer Bimbo erwartet, dass sie keinesfalls irgendeiner Form von intelligenter, tiefgründiger Konversation nachgeht. Um so lieber führt er sie aber in sexy heisser Aufmachung seinen Freunden vor.

Interessanter Weise wird über Bimbos die Nase gerümpft. Gleichzeitig haben sie immensen Erfolg und teilweise Einfluss in unserer Gesellschaft. Ich denke da an Daniela Katzenberger, die wahre Bimbo Inkarnation. Die dann auch noch Bücher veröffentlicht mit so bezeichnenden Titeln wie „Sei schlau, stell‘ dich dumm“. Oder erinnert ihr euch an Verona Feldbusch (heute: Pooth) mit ihrem „Blubb“ im Spinat? Marke: Super hübsch mit verheerender Grammatik. Funktioniert fantastisch. Die Baywatch Nixe Pamela Anderson hat in den 80zigern eine ganze Generation von Männern in feuchte Träume gleiten lassen. Und Posh Spice? Runterhungern, vorne zwei neue Billiardkugeln drauf, passt schon. Einmal habe ich sogar ein Foto von ihr gesehen, auf dem sie Hufschuh-Stiefel trug.

Doch zurück zu den Dom’s und ihren submissiven Bimbos. Ich habe mir ein paar E-Book-Romane zum Thema einverleibt.

Becoming the perfect Bimbo Wife von Nadia Nightside

Eine nicht enden wollende Folge von derartig banalen Situationen und Szenen, dass mir das Gesicht beim Lesen einschlief. Ich habe das Buch nach einigen Seiten ernsthaften Bemühens auf die Seite gelegt und mich kraft meiner Fantasie der Masturbation gewidmet. Die Autorin heisst neu bei mir „Nadia Nightmare„.

Susans Bimbo Training begins von Becca Cole

Die schriftstellerische Qualität einer Anais Nin ist natürlich nicht zu erwarten. Trotzdem vergnüglich schlüpfrig zu lesen und man will am Schluss wissen, wie es weiter geht.  Susan startet voll ambitioniert einen Job, nur um sich dann lieber gegen jede Menge Schotter als persönliches Sextoy für den Sohn des Firmenbosses ausbilden zu lassen.

Becoming a Bimbo: A Bimbofication Story von Barbara Billingham

Unterhaltsame Lektüre mit einiger Schärfe. Die Hauptdarstellerin wird statt aufs College zum Bimbotraining geschickt, zunächst gegen ihren Willen….Liest sich gut und lustvoll. Ziemlich hart, teilweise.

In allen Büchern geht es kurz gesagt darum, eine optische Transformation zu bewerkstelligen und die Frauen daran zu gewöhnen, dass sie gierig reihenweise Schwänze blasen.

Bimbo Frauen und die Gesellschaft

Ein Mann würde sie wohl eher „Sexbomben“ nennen. Oder die Reinkarnation seiner heimlichen Träume.  Aber darf man das? Frauen zu Bimbos degradieren? Nun, ich würde sagen „es kommt drauf an“.

Mich persönlich stört es gewaltig, dass in der Modefotografie, zum Beispiel in Versandhauskatalogen, Frauen vielfach mit offenem Mund abgebildet werden. Oder, in der Werbefotografie, wahlweise mit weit geöffneten Schenkeln. Sozusagen immer bereit, dass man ihnen einen Penis reinschieben könnte.

Hat schon mal jemand geschafft, mit offenem Mund klug auszusehen?

Anscheinend beruhigt es manche Männer, wenn eine Frau, die schon aufgrund ihres sexy Körpers eine derartige Macht über sie ausübt, wenigstens nichts in der Birne hat, ergo: leicht zu manipulieren ist. Und, ganz wichtig: der Mann hat sie „gestaltet“, ihren Körper als formbare Masse benutzt. Schlussendlich gibt ihr eine dicke Make up Schicht eine scheinbare Stabilität und Selbstsicherheit. Unterschwellig rieselt jedoch eine andere Botschaft ein: Ich selbst bin nur Grundmaterial, dann muss ich aber noch was dran machen, mich „tunen“. Ich habe schon von Frauen gehört, die stehen morgens um 5 Uhr auf um sich zu schminken. Damit der Partner sie nicht ungeschminkt sehen muss.

Und auf Frauenseite? Na ja, reden wir lieber nicht über das Gift, das da teilweise gegenüber Geschlechtsgenossinnen versprüht wird.

Wir werden permanent von den Medien manipuliert, so das am Ende ein auf mörderisch hohen Schuhen dümmlich in New York herum stapfendes Weib und seine vier Freundinnen das Mass aller Dinge werden. Ich kann mich erinnern, „bei uns auf dem Land“ (wo ich aufgewachsen bin), da wussten die meisten Frauen vor zehn Jahren noch gar nicht, was High Heels sind. Und nun sitzt du mit ihnen auf irgendwelchen Bierzeltholzbänken, und sie seufzen, dass sie, hach, ohne High Heels nicht leben könnten. Eine perfekte Teil-Bimbofication eigentlich. Wenn es nur nicht so grotesk wäre…

Eine Gesellschaft hat, meiner Meinung nach, alle ihre Mitglieder gleich zu behandeln, ungeachtet des Geschlechts.  So gesehen: ja, es ist verwerflich, die eine Hälfte der Bevölkerung, (Bimbo)Frauen, als „Material“ zu benutzen, um die andere Hälfte anzuheizen. Als „Gleitmittel“, mit dem man nicht nur Kleidung, sondern auch Gartenschläuche, Frostschutzmittel und Autos verkaufen kann.

Aber was ist mit den einzelnen Frauen? Die ja nicht selten diese Aufmachung freiwillig tragen? Sehr okay. Es ist wie im BDSM generell mit den submissiven Frauen: wenn sie selber entscheidet, dass sie was-auch-immer möchte, ist es in Ordnung. Nur die Gesellschaft darf es ihr nicht vorschreiben! (Übrigens darf uns eine Gesellschaft auch nicht vorschreiben, dass wir nicht wie eine Nutte gekleidet durch die Gegend laufen sollen). Ich kann mir vorstellen, dass beispielsweise exhibitionistisch veranlagte Frauen einige Befriedigung aus dem Spiel mit Bimbofication ziehen können. Warum auch nicht?

Sind Bimbo Frauen dumm?

Ein erklärtes Ziel ihrer Fans ist es jedenfalls…

Kein Mensch kann allein aufgrund seines Äusseren als dumm oder intelligent eingestuft werden. Ungeachtet der Tatsache, dass diese Vorverurteilung natürlich geschieht. Und, da muss ich euch leider leider enttäuschen, ihr lieben männlichen Komplexhaufen da draussen: Nein, wenn ein Mensch intelligent ist, dann fällt das nicht einfach plötzlich von ihm ab wie trockenes Laub von den Bäumen. Selbst dann nicht, wenn er auf High Heels drei mal täglich ins Solarium stakelt.

Bimbofication and me

Bimbofication ist nicht so meins. Macht mich einfach nicht heiss. Obwohl ich mir manchmal in meiner Fantasie ausmale, eine genetische Veränderung in mir drin würde bewirken, dass es mich täglich zwei Stunden ins Fitnesscenter zieht, und ich einen entsprechend gestählten Körper hätte. Durch die Lektüre angeregt, wendete ich aber fortan etwas mehr Aufmerksamkeit meinem „all natural“ Busen zu. Der ist ganz hübsch, wie ich finde, aber von zwei strammen Minifussbällen, die beim Liegen stehen bleiben, kann nicht die Rede sein. Also, dachte ich mir, ich könnte ihm wenigstens etwas mehr „Bühne“ verschaffen. Schultern nach hinten ziehen, Brust rausstrecken war angesagt. Vorfreudig wartete ich auf den nächsten Besuch meiner erotischen Liaison und den verheissungsvollen kuschelig sanften Abend. Ich entschied mich, keinen BH unter dem dünnen sommerlichen weissen Shirt zu tragen, und, weil ich noch etwas Zeit hatte, behandelte ich meine Brustwarzen mit Eis, um sie sichtbarer zu machen. So trat ich beim Klingeln an die Haustür. Und ihm traten die Augen aus dem Kopf. Die starke Schulter, die ich für diesen Abend zum Anlehnen erwartet hatte, mutierte in Sekunden zur männlichen Brunftmaschine ohne Blut im Hirn.

Ups…wäre Brainwash nicht der Bimbopart gewesen?

Gefällt dir dieser Artikel? Dann like mich, hinterlasse mir einen Kommentar oder folge mir. Merci 🙂

13 Gedanken zu “Bimbos

  1. rdesade sagt:

    Jetzt habe ich mich erst einmal über den Begriff „Bimbo“ schlau gemacht. Ich hatte schon befürchtest, du hättest auf die Äußerung des bayrischen Innenministers zu Roberto Blanco noch einen drauf setzen wollen. Aber Wikipedia und deine Ausführungen haben mich beruhigt.
    Ich denke, Doms sind halt auch nur Männer und schauen sich Bilder an. Wer könnte ihnen verdenken, dass sie dann eine Bimbo-Sub haben möchten. Wenn sie eine haben ist die Halbwertzeit wahrscheinlich ziemlich kurz

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      🙂 Hätt‘ ja nicht gedacht, dass Roberto Blanco Eingang in meinen Blog finden würde :-). Hier sind alle Robertas und Robertos, seien sie schwarz, weiss oder andersfarbig, herzlich willkommen. Solange sie ihre Mitmenschen mit Respekt behandeln.

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  2. Stefan sagt:

    Meine Liebe,
    bei der Bimbo-Theorie denke ich dass man mischt eine männliche „Traum“ mit der Wirklichkeit.
    Natürlich haben viele Männer diesen Traum von einer heissen Bimbo aber alle verstehen auch dass man braucht eine richtige Frau. Man muss nur die Bibel lesen um zu verstehen dass es heisse Frauen gibt. Aber eine richtige Frau versucht auch ihren Mann, Freude beizubringen,,,,
    Herr Dr

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  3. MeisterinVonNiggerland sagt:

    Aber bei uns ist Deutschland und nicht Amerika . Hier bei uns sind Bimbos in erster linie schwarze bzw Neger “ ich bin dich nicht dein Neger “ “ steht Bimbo auf meiner stirn geschrieben ? “ diese sprüche kennt man ja , Neger als Schuhputzer auch sehr geil ???? Darf ich um verständniss bitten das ich als Deutsche Dominante Frau meine sadistische Ader und meine Dominanz , mit schwarzen Sklaven ausleben kann wie ich wünsche und sie Bimbo Neger Niggersklave ansprechen kann wie ich will .

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Hallo. Was zwischen zwei Menschen in deren privatem Raum stattfindet, ist Privatsache. Deine Sklaven müssen mit der Anrede einverstanden sein, respektive diese erregend finden. Ich differenziere klar zwischen einer bewusst abwertenden Ansprache von Mitmenschen im öffentlichen (oder auch privaten!) Raum und Dominanzspielen, bei denen es zwei oder mehrere Personen gibt, die mit der Kommunikation auf diese Art einverstanden sind. Im BDSM gibt es ja durchaus auch die „white slaves“-Spiele. Ebenso gibt es sowohl weibliche als auch männliche Sklaven. Das Ganze ist aus meiner Sicht ausgewogen, geschieht entsprechend der sexuellen Neigungen und ist deshalb nicht mit Diskriminierung zu vergleichen.

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    2. AnneFußpilz sagt:

      Mit meinem Nigger mach ichs genau so , der Mister Nigger wollte Fußsklave und Fußbank sein .Hab schnell gecheckt für Füße küssen macht Mister Nigger ziemlich alles … Also muss er ertragen wenn ich ihn Nigger Bimbo usw betitel , Ey Nigger ok ? Nein ? Watch Nigger my Feets ! Hey Nigger ok now ? Yess Massa Ok im a Nigger ! Haha

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  4. Monsieur sagt:

    Interessant. Diese Art von Beziehung interessiert mich überhaupt nicht. Mich interessieren starke, intelligente und selbstbewußte Frauen, die sich nicht ohne Weiteres unterwerfen wollen und deren Hingabe immer wieder neu verdient werden will

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