Shit happens…

Ein Dom ist keine Insel

Im Gegenteil, er behält gleichzeitig seine eigenen Interessen und die der Sub im Auge. Das wird manche Pseudo-Dominanten enttäuschen, die denken, eine submissive Frau ist der Freibrief zum egomanischen Fickevent mit Pornocharakter.

Fakt ist, ein guter Dom verfügt über ausgezeichnete Führungsqualitäten. Dazu gehören unter anderem ein ausgeglichen-stabiles Selbstwertgefühl, eine gewisse Ruhe und Voraussicht und, sehr wichtig, Reflektionsfähigkeit.

Denn auch ein Dom macht mal Fehler. Er liest die Zeichen bei einer Sub nicht ganz richtig, oder schätzt ihre momentane emotionale Verfassung falsch ein.

Unreif wäre es, in diesem Moment auf dem hohen Ross sitzen zu bleiben und das Malheur einfach abzustreiten. Schlimmer noch, es könnte das Vertrauen der Sub in ihn – oder in seine Liebe zu ihr – tief erschüttern.

Aber verliert die Sub nicht den Respekt, wenn der Dom seine Fehler zugibt? Nun, wir reden hier nicht davon, dass der Dom „zu Kreuze kriechen“ oder sich auf sonstwelche manipulativen Spielchen einlassen soll. Es geht schlicht um ein einfaches „Entschuldigung“ wenn es angebracht ist.

Eine Sub, welche schon im Erwachsenenalter angekommen ist, was wir hoffen, wird ihren Mann nicht danach bewerten, dass er keine Fehler macht. Das wäre komplett unrealistisch. Ihr Respekt und ihre Achtung für ihn werden wachsen durch seine Art, wie er mit Fehlern umgeht. Ist er kompetent, ein Problem zu lösen? Können wir im Gespräch bleiben, auch wenn es grade nicht so gut läuft? Findet er Möglichkeiten, die Situation in der Zukunft zu optimieren?

Ich musste ganz schön tief graben, bis ich einen Text wiederfand, den ich vor einigen Monaten zu diesem Thema gelesen hatte. Er hatte mich damals sehr berührt, weil Master Dan darin seine Gefühle nicht verhehlte, und weil es, wie ich finde, poetisch geschrieben ist. Der Artikel heisst JAZZ und ich will ihn euch nicht vorenthalten:

„JAZZ by Master Dan

Mein Musikgeschmack ist Phasen abhängig. Heute habe ich eine melancholische Jazz Phase.
Zwischen Herbie Hancock “‘Round Midnight” und Diana Krall “Cry me a River” ein schluck Talisker, rauchig und salzig. Passt.

Für mich ist SM sehr gut mit Musik vergleichbar, vor allem mit Jazz.
Der Trompeten Solist muss unbedingt Taktgefühl haben, er folgt eine Melodie hat aber trotzdem Raum für Improvisationen. Er muss sich sein Instrument anpassen damit Harmonische Töne schallen und kein Gekreische ertönt. Und nicht zuletzt es braucht Übung.

Mein aktuelle Instrument ist nicht einfach zu spielen, man muss es fest und bestimmt anpacken aber nicht hart bedienen. Es ist zwar ungewohnt wie es ertönt aber ich mag sehr diese Tonlage.
Letzte Woche ist aber ein Missgeschick geschehen: man sollte kein Hard-Rock mit solch ein Zarte Instrument spielen… Jetzt ist die sonst so strahlende Oberfläche zerkratzt und es wird einiges an Politur nötig sein um der frühere Glanz wieder zu erlangen.
Miles Davis würde wahrscheinlich sagen “Too much, too fast… Take your time!”

Genau mir passiert sowas… Ich predige Geduld und Vernunft und tappe selber in die Falle.“

Den Originalblog findet ihr hier: Jazz von Master Dan

In diesem Sinne…

Fehler sind Lösungen, die grade unpassend sind

Gefällt dir dieser Artikel? Lass‘  mir ein Like oder einen Kommentar da und folge mir…Danke 🙂

17 Gedanken zu “Shit happens…

  1. darkfantasies69 sagt:

    Man sollte immer beachten, das jeder den Respekt vor dem anderen behalten sollte. Gerade bei DOM/Sub. Und vielleicht auch genau mit diesem GEfühl heran gehen und sich einfach gemeinsam entwickeln.
    Wenn jeder den anderen richtig sieht, wahr nimmt, wird man auch das Vertrauen erlangen, sich zu zeigen.

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      1. darkfantasies69 sagt:

        Mensch, wird ja immer besser 🙂 jetzt bist du auch meiner Meinung 🙂 Also, da mache ich auf jedenfall weiter 🙂
        Aber wie schon gesagt, wichtig ist die Bereitschaft für das Gefühl füreinander, für die Lust des anderen. Und dabei muss man den anderen auch fühlen. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um die Ehrlichkeit der inneren Werte.
        Also liebe Grüße und ich hoffe du hast ein schönes WE !!

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Vielen Dank für das Kompliment, Maja. Leider gibt es eine ganze Reihe Männer, die den Hype um BDSM auszunutzen versuchen. Von harmlosen Selbstüberschätzern bis hin zu richtig gefährlichen Typen. Frauen sollten sehr sorgfältig abwägen, wem sie sich in die Hände begeben.

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  2. waldstern sagt:

    Ich bin mir unsicher, ob dies so ist. So ist, dass ein guter Dom über ausgezeichnete Führungsqualitäten verfügt. Auf den ersten Blick klingt deiner Aussage schlüssig. Und natürlich gehört dazu auch das ausgeglich-stabile Selbstwertgefühl, die gewisse Ruhe und Voraussicht und eine ausgeprägte Reflektionsfähigkeit.

    Nur jetzt habe ich nicht inzwischen einige kennen gelernt. Und, da blieb nicht viel übrig von diesen von dir vorerwähnten Punkten. Gleichwohl, der weibliche Zuspruch war da. Anscheinend handelte es sich um gute Doms.

    Daher, nach meiner Auffassung können die gerade mal gut mit Frauen umgehen.

    Ich möchte das nicht ab werden. Das kann sicherlich nicht jeder Mann. Aber das war es schon. Das ist irgendwie so, wie ein guter Schachspieler auch nur ein guter Schachspieler ist und kein guter Taktiker, Stratege, Denker. Deshalb halte ich deine Auffassung für eine Überinterpretation. Da ist Nix mit Führungsqualitäten. Der kann halt etwas besser wie der Durchschnitt mit Frauen umgehen. Das war`s.

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Vielen Dank für deinen Input, Waldstern. Deine Beobachtung ist leider richtig und widerspiegelt bedauerlicher Weise die Mehrheit. Wenn einer rein die Technik beherrscht (z.B. Bondage, Spanking etc) ist er für mich noch kein Dom, sondern eher ein „versierter Spieler“. Die Bedürfnisse sind verschieden. Ich weiss, dass die Qualitäten, die ich suche, selten sind. Aber Erstens: Es gibt sie. Ich habe schon solche Männer kennen gelernt und lese auch hier bei den Bloggern mühelos raus, wer ein „Echter“ ist. Zweitens: Es ist sinnfrei, mich mit weniger zufrieden zu geben. Ich kann nämlich führen. Es käme automatisch zu einer Rollenverschiebung.

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  3. Ruby sagt:

    Hm … Also ich versuche das gerade in meinem Kopf irgendwie zu verknüpfen … klappt aber anscheinend nicht. Respekt und Fehler und Fehler un Respekt … ne klappt nicht.

    Als sehr benutztes Häschen, ist das eher wie Socken/Strümpfe und Schuhe. Irgendwie gehört es zusammen, aber dennoch können sie alleine benutzt werden. Da würden mir einige Menschen einfallen, die nur eines davon können, aber mit dem anderen nicht klar kommen.

    Respekt hat für mich damit zu tun, wie mich eine Person (an)sieht, anspricht und mich somit auf positiver oder negativer Seite (ab)bewertet. Die richtigen (passende Spielpartner) verlieren weder vor mir, noch ich vor ihnen, egal wie sehr man zu Sau gemacht wir den Respekt vor einander. Das spürt und fühlt man einfach, wie man miteinander umgeht. Ja auch wenn man man mit gesenkten Blick am Boden kniet. (Würde das wer anderer machen, dann klebt 5 Tage ein Handabdruck in deren Gesicht.) Und selbst wenn mal was schief geht, verlieren sie dennoch nicht meinen Respekt, wir sind alle nur Menschen. Die frage ist dann nur ob sie mit den Schuhen dann Laufen können oder nicht.

    Das mit dem „Fehlern“, „es geht mal was schief“ oder wie man es nennen will ist eher eine Mischung aus Erfahrung (wie geht man damit um, mit sich und der anderen Person, das man erst lernen muss. (Keine Meister und schon gar keine Dominante Person fällt vom Himmel, es sei denn das Flugzeug stürzt ab, eventuell auch Fallschirmspringer/innen) und was macht man in dem Moment) und wie sie damit umgehen können. Das was passieren kann, dem muss man sich ja bewusst sein. Da aber leider ein Großteil und da sind weder Dom – Männer noch Frauen davon befreit, können dies nicht. Sie können es nicht oder haben nie gelernt damit umzugehen und sind dann auch die, die man danach nicht mehr findet, wenn man sie zur rede stellt. Und das ist dann nicht nur bei BDSM so. ^^

    Über die Jahre wird man doch irgenwie zum Menschenkenner. Also bei mir war das so. Wenn ich eine Person in der realen Welt treffe, wird die bis zum Skelet ausgezogen und durchleuchtet. Gibt es da nur einen Punkt der nicht dem Entspricht was sein sollte oder wie sie sich präsentiert haben, wird mich diese Hand nie berühren. ^^ OK, bei mir ist das recht einfach, denn wer schon nicht nicht die BDSM-Themen -Plauder-runde im öffentlich Raum übersteht (und ich rede nicht unbedingt sehr leise), kommt ja gar nicht so weit. *fg*

    Ein/Eine echte Dom steht dazu was sie sind. Sie gesteht sich Fehler ein (auch wenn nur inoffiziell) und sind dann bedacht, das es Sub gut geht wenn mal was passiert ist. Für einen echten Dom sind wir Subs mehr wert als alles andere auf der Welt, denn nur durch uns, können sie zum Dom werden. Sie hören einem zu wenn man etwas sagt, ja selbst wenn mann nur stöhnt. ^^ Ich behaupte mal (für mich auf jeden Fall) eine echte Dom, zeigt auch ihre schwachen Momente, das man für sie da sein kann. Oder Lügt nur dann, wenn sie Sub eine „Freude“ machen wollen.

    So gibt es nur 2 Arten wie man sich diesen berühmten Dumm-Gattungen entziehen kann oder eben aus der Masse aussortieren kann. Entweder man lernt Psychologie oder Soziologie oder man wird ein sehr guter Menschenkenner. 😉 Anders kann man Soziale Kompetenz oder Inkompetenz leider nicht erkennen, auch bei einem/einer Dom nicht.

    Und jetzt setze ich den Filterkaffee auf, denn Geduld sollte ein Dom auch haben. ^^ Schönen Sonntag noch wünsche.

    Liebe Grüße,
    Ruby

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  4. me44fun sagt:

    Größe zeigt sich doch darin, Fehler zugeben zu können. Wie will ich führen, wenn ich dem Geführten gegenüber nicht die Stärke habe, auch zu meinen Fehlern stehen zu können, besonders, wenn diese offensichtlich sind?
    Sometimes you win, somtimes you learn!
    Wichtig ist, das der Lerneffekt auch eintritt.

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