Traumdom

Lieber Mr. Hand_some

Der Song von Pink „U + Ur Hand“ ist deiner. Nicht wegen den Abfuhren, die Pink im Text an die Männer erteilt, sondern, nun ja, wegen deiner Vorliebe für Hände. Meine Stimme, als ich dir im Restaurant davon erzählte, muss nackt gewesen sein. Plötzliche Stille an den umliegenden Tischen. Mit lasziver Langsamkeit führst du meine Finger zu deinen Lippen. Küsst die kleinen Mulden zwischen den Knöcheln. Keine Sekunde wendest du den Blick von mir. Langsam kehrt das Gemurmel der anderen Gäste zurück. Sie müssen sich zur Ordnung rufen. Gut so, sonst hätten sie gehört, was du mir zugeraunt hast.

Deine Mischung aus Supraintelligenz und Bescheidenheit elektrisiert mich. Aber es ist deine Faust, die mit meinem G-Punkt….

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Lieber Sadist

Du liebst es, Schmerzen zuzufügen. Doch du verletzt nicht. Du achtest Gefühle. Du hast Geduld und dich selber unter Kontrolle. Tiere sind sofort in deinem Bann. Auch mit ihnen bist du sanft. Sie wissen „es“ einfach. Sie spüren deine Autorität. So wie ich. Wir fühlen uns sicher bei dir. Was du wünschst, ist „nicht erlaubt“. Ein gesellschaftlicher Tabubereich. Gleichwohl, wer mit dir geht, taucht in Gefühlswelten ab, die alleine nie erreichbar sind. Du bist derjenige, der meine Seele öffnet. Nicht mit einem Schlag. Sondern mit einem Streicheln.

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Lieber Fetischist

Wolford ist dein zweiter Vorname. Vergnügt schlendere ich in deinem Auftrag durch die teuren Läden der Stadt und lasse mich von elegant gekleideten Damen geflissentlich beraten. Auf meiner kleinen Liste hast du sorgfältig das gewünschte Modell, die Glanznuance, den Farbton aufgeschrieben. Ich verlasse die Geschäfte mit edlen Tüten und Taschen und freue mich auf den Abend. Mit fein schimmernden Maschen an den Beinen werde ich in deinem Visier sein wie die Maus unter den Augen der Katze. Am Ende verliere ich das Spiel. Und es ist köstlich.

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Lieber Mr. Bondage

Es stimmt, was sie sagen: in Fesseln wird man frei. Ich möchte hinzufügen: es ist eine Kunst, und wer sie beherrscht, wird Lust beherrschen. Du kannst Dinge mit Seilen tun, die zu beschreiben mir die Röte ins Gesicht treibt. Süsse Qual, so verschnürt spazieren zu gehen. Aufreibend, wenn man sich bei jedem Schritt selbst erregt. Muss aufhören, mir tropft der Honig von den Lippen…

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Geliebte Sub, my Love

Auch ich erhalte viel von dir. Mehr, als ich beschreiben kann.

An dir kann ich mich niemals satt sehen. Nichts ist vergleichbar mit dem Anblick, wenn du dich unter mir windest. Ich liebe deine Lust. Deine Töne. Deinen Geruch. Deine Haut.

Dein Körper in Seilen macht mich wahnsinnig. Vor allem wenn das Bild vor meinem geistigen Auge mitten in einer Sitzung auftaucht.

Kein Tag ist wie der andere. Jede Begegnung zwischen uns eröffnet neue Aspekte, andere Nuancen. Tausend Details, ich liebe jedes einzelne davon. Deine Unschuld, wie du mich anschauen kannst. Die Schamlosigkeit, mit der du mir erlaubst, dich zu nehmen. Dein offensichtlicher Genuss, wenn ich dich benutze. Das Vertrauen, wenn du mir auf neuen Wegen folgst. Die Hingabe, mit der du meine Anweisungen ausführst. Dieser Ausdruck in deinen Augen. Wenn du mir keine Antwort mehr gibst auf meine Fragen, aber auch kein „stop“ über deine Lippen kommt. Wo ich bin, bist auch du. Wo ich hingehe, wirst du folgen.

Mit all diesen Worten habe ich trotzdem erst einen kleinen Ausschnitt dessen benannt, was du für mich bist. Da ist dein Wesen. Zart und empfindsam, ich will es beschützen. Wild und leidenschaftlich, ich kann es bewundern. Klug und wissensdurstig, ich lasse mich inspirieren. Du bringst mich zum Nachdenken. Zum Lachen. Du lässt mich Mann sein. Du gibst dich selbst als Geschenk, und ich kann nicht anders, als es voll respektvoller Bewunderung in meinen Händen zu halten.

Ich kenne jeden deiner Fehler, deiner Schwächen. Und liebe dich dafür noch mehr. Du spürst meine Gedanken, selbst wenn ich sie nicht ausspreche. Du kennst meine Gefühle, selbst wenn dieser Brief nie geschrieben wird.

Es ist deine Seele, die an meine rührt. Ich danke dir dafür. Eine Sub ist nichts ohne ihren Dom. Und für einen Dom ist alles nichts, ohne seine Sub.

Dein Geliebter

 


Zum Weiterlesen: Traumsub

 

 

22 Gedanken zu “Traumdom

  1. husspel2219 sagt:

    Was soll man dazu noch sagen! Wunschtraum, Realität oder einfach nur begnadet. Chapeau kann ich nur sagen und manche könnten sich dies alles in einer ruhigen Stunde zu Gemüte führen und vielleicht auch etwas davon kapieren, wäre nicht das schlechteste, ODER?

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Dankeschön! Du streichelst meine Wörterseele. Hhm.. weiss gar nicht, ob es für mich wichtig ist, dass „manche“ es kapieren. Meine Energie geht mehr dahin, dass ich nach denen Ausschau halte, die mich inspirieren und die ähnlich ticken. In diesem Sinne: herzlich willkommen auf meinem Blog 🙂

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  2. Mic sagt:

    Der zweite Teil, die „Ode an die Sub“, finde ich sehr bewegend! Du hast die Gefühle, die hinter all dem, was vordergründig den Reiz an derlei Beziehungen ausmachen mag, so schön beschrieben, dass man auch als nicht an diesem „Spiel“ Beteiligter eine kleine Gänsehaut bekommt. Danke dafür!

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Merci vielmals, Mic. Toll, wenn es auch für Aussenstehende rüber kommt. Bisher war ja viel die Rede von dem, was die jeweiligen Partner erwarten. Mir ging es drum, auch aufzuzeigen, was sie erhalten. Ich wollte verdeutlichen, warum es ihnen den Aufwand wert ist. „Ode an die Sub“ – schön gesagt. Könnte von mir sein 😉

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  3. transomat sagt:

    Du schaffst den Spagat zwischen SM und Romantik einfach großartig.
    Kompliment dafür und danke.
    Ich bin gerade beschämt. Ich bin einfach zu Norddeutsch Pragmatisch um solche Gedanken so zu formulieren und aufs Papier zu bringen

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  4. waldstern sagt:

    Sag mal, abgesehen davon, dass so hohe Anforderungen wahrscheinlich nicht per Express vom Universum ausgeliefert werden, frage ich mich schon, ob du den Superdom auch real vertragen könntest.

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  5. Wella sagt:

    Wunderschön. Mein Dom hats gelesen und findet sich hier nicht wieder. Aber er ist auch kein D/s-Dom. Er ist sad. Aber mir gefallen die Texte sehr. V.a. der letzte. Danke dafür. Gibts solche Männer?

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