„Ich erwarte von dir

dass

…. du mind. 187,5 cm gross und superattraktiv bist

…. einen prestigeträchtigen Job hast

…. mir alle meine Konsumwünsche, wie Handtaschen, Schuhe und den ganzen Glitter, erfüllst

… wir nur Sex haben, wenn ich andeute, dass ich jetzt möchte (aka: selten)

… du regelmässig mit mir auf Shopping Tour gehst

… du genug arbeitest, damit wir uns ein grosses Haus und zwei Autos leisten können“

Bullshit.

Ich erwarte, dass du

. gut riechst und schmeckst

. einen Job hast

. kreativ und aufmerksam bist, wenn du mir eine Freude machen willst

. ehrlich und loyal bist

. meine Gesundheit schützt (auch wenn ich nicht dabei bin)

. mich respektierst

. bei einem Streit nach der Lösung suchst, nicht nach dem „Sieger“

. Sex geniesst und dich in deiner Männerhaut wohlfühlst

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Was braucht es, damit Liebe gelingen kann?

Ich staune immer wieder über Menschen, die sich Hals über Kopf verlieben können. Und noch mehr über diejenigen, die derartig spontan den richtigen Menschen wählen, mit dem sie dann für Jahrzehnte oder sogar ein ganzes Leben glücklich zusammen bleiben.

Jeder kennt auch die anderen Beispiele: Zwei kommen zusammen, haben heissen Sex, sind himmelhoch jauchzend. Und zwei Wochen, zwei Monate oder zwei Jahre später wieder getrennt.

Warum gelingt es den einen quasi „blind“ den passenden Partner zu wählen und die anderen haben ein um’s andere Mal das „böse Erwachen“ sobald der Hormonrausch nachlässt?

Ich nehme an, dass wir alle gewisse „Codes“ in der Kindheit mitbekommen. Informationen, die wir unterschwellig aufnehmen, ohne uns dessen bewusst zu sein.

Ist euch schon mal aufgefallen, dass es Menschen gibt, die, egal wie die Situation auch sein mag, am Ende immer einiges Geld auf dem Konto haben? Diejenigen, bei denen das Thema „Freundschaft“ in der Familie erfolgreich gelebt wurde, verfügen als Erwachsene wiederum über stabile Freundschaften. Selbst dann, wenn sie über längere Zeit zickig und nicht zugänglich reagieren. Andere wiederum sind so nett, dass es einem schon weh tut, und werden trotzdem stehen gelassen.

Für mich zu den Glückskindern zählen die Menschen, welche in der Kindheit ein funktionierendes, bereicherndes Beziehungsmodell vorgelebt bekamen. Sie haben beste Chancen als Erwachsene ebendies zu wiederholen: Eine harmonische, liebevolle, langjährige Beziehung. Wenn man genauer nachfragt, erfährt man, dass in diesen Partnerschaften längst nicht alles einfach oder problemfrei verläuft. Was man beobachten kann ist, dass solche Menschen mit stabiler Liebe, unerschütterlichem Glauben an den anderen und ausdauernder Loyalität tatsächlich das Ruder immer wieder herum reissen und in eine gute Richtung bringen. Sie wissen es oft nicht, doch sie haben den Code geknackt.

Spontanes Verlieben führt nur dann in eine funktionierende Liebesbeziehung, wenn mindestens einer der beiden Partner den „Code für eine erfolgreiche Liebesbeziehung“ verinnerlicht hat.

Das ist zumindest meine Meinung. Und was macht die restliche Mehrheit?

. Man kann es immer und immer wieder versuchen. Wechselnde Partner, gleiches – mehr oder minder desaströses – Ergebnis. So geht das Leben auch vorbei.

. Man kann die Liebe gleich ganz abschreiben und unnahbar bleiben. Von einer Affäre zur nächsten. Ich will damit nicht sagen, dass Affären an sich schlecht sind. Es gibt Zeiten im Leben, da sind sie genau das Richtige. Doch was wird aus einem Menschen, der immer nur oberflächliche Begegnungen hat, über sehr viele Jahre hinweg?

. Man könnte sich Zeit lassen. Kleine Schritte machen. Wer kein funktionierendes Beziehungsmodell aus der Kindheit verinnerlicht hat, kann eben so glücklich werden. Aber vielleicht braucht er einfach ein wenig mehr Zeit, um heraus zu finden, ob er einem Menschen gut vertrauen kann. Vielleicht braucht er einfach einige Begegnungen mehr damit er spüren kann, dass der Andere es ernst meint. Vielleicht braucht dieser Mensch sehr sehr viel Zeit, um in sich selbst und beim Gegenüber echte Liebe fühlen zu können.

Sei’s drum. Das Leben ist kein Taktfahrplan. Nicht, wer am schnellsten auf die meisten Züge aufspringt, erreicht seine Ziele. Sondern derjenige, der auf die passende Verbindung wartet und dort einsteigt. Richtig, sogar die Metapher mit den Zügen klingt in der zweiten Variante nach etwas weniger Adrenalin als in der ersten. Aber hey – denkt mal daran, wie es sich anfühlt, wenn ihr im fahrenden Zug merkt

„Mist, das war der Falsche!“.

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Weiterlesen:

Partnersuche D/s Liebe

Männlicher Sexappeal

Weiblicher Sexappeal / Das gewisse Etwas

Kopf. Herz. Subspace

20 Gedanken zu “„Ich erwarte von dir

  1. guinness44 sagt:

    Ich habe eine Beziehung mal mit der Arbeit an einem Tau verglichen. Es ist teilweise mühsame Arbeit. Wenn man sie ordentlich macht, dann wird aus einer Schnur ein Seil und ein Tau. Wenn man nichts macht, dann ist es bald kaputt. Wenn es allerdings gut in Schuss ist, dann kann es auch Stürme überstehen.

    Gefällt 5 Personen

  2. skywalkerlein sagt:

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich in jeder Beziehung zu bestimmten Zeiten mit den ganz bestimmten Probleme auseinandersetzen muss. Das sind auch kleine Prüfungen, die da an beide Partner gestellt werden wie zum Beispiel der erste gemeinsame Urlaub.
    Viele Paare lernen sich erst richtig kennen wenn sie zusammen gezogen sind. Das ist so nach 2-3 Jahren.
    Eine weitere „Problemzone“ ist tatsächlich das verflixte 7. Jahr.

    Gefällt 1 Person

  3. transomat sagt:

    Es geht auch völlg anders. Beziehungsmodel in der Kindheit lernen ?
    Meine Eltern haben sich oft scheiden lassen Beide.
    Ich habe eine Fülle von Halbgeschwistern. Kontinuität und tiefe Liebe wurde mir nicht vorgelebt.
    Ich bin jetzt, voller Liebe, seit 37 Jahren mit der gleichen Frau zusammen.
    Es geht auch anders

    Gefällt 1 Person

  4. Devote Romantikerin sagt:

    Da bin ich absolut deiner Meinung, Transomat. Für mich heisst das: Kleine Schritte machen. Ich brauche ganz schön lange, bis ich eine Bindung zu jemanden aufgebaut habe. Wie ist / war es bei dir? Was ist, deiner Meinung nach, ein möglicher Weg, eine stabile Beziehung aufzubauen, auch wenn man nicht die „Glücks-Codierung“ aus der Kindheit mitbekommen hat?

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