#metoo

Geh‘ einen einzigen Tag in meinen Schuhen.

„Was? Die jetzt auch? Ich dachte, die ist so anschmiegsam und unterwürfig, die hat kein Problem mit dominanten Männern!“

Stimmt. Ich habe kein Problem mit dominanten Männern. Im Gegenteil. Sie kommen mir wie seltene Perlen in einem Sumpf aus Dumm-Porno, Komplexli-Machos und kollektiver Medienverseuchung vor.

Auf Twitter können meine Follower – ähnlich wie bei FB – auch persönliche Nachrichten direkt an mich richten. Was rege genutzt wird. Leider bleibt das ‚persönlich‘ meist auf der Strecke. Klar merken die Herren – so sie den Blog lesen – dass ich nicht auf den Kopf gefallen bin. Das scheint als zusätzliches Beutekriterium zu dienen. Es wird als ‚High-Score‘ eingestuft, ’so eine‘ rumzukriegen.

Womit wir beim Thema sind. Ich werde nicht als Person angeschrieben, sondern als Objekt. Natürlich kommt bei meiner Klage diesbezüglich jedesmal wieder der Sermon, von wegen was für eine interessante Frau ich bin, blabla, aber eben alles in Relation zu meiner sexuellen Benutzbarkeit. Um persönliches Interesse an mir zu zeigen, wird gerne ein Fragenkanon der Marke 0815 auf mich abgefeuert, gekrönt von „Wo wohnst du?“. Himmel Ar…

Es ist nicht so, dass ich unnahbar wäre. Na ja. Nicht absolut unnahbar. Es gibt ein paar Menschen auf Twitter, die mir etwas bedeuten, obwohl ich sie noch nie persönlich getroffen habe. Das sind sowohl Frauen, als auch Männer. Der Kontakt hat sich langsam entwickelt, meist über ein Thema, dass wir privat diskutiert haben und die wachsende Zahl an gemeinsamen Werten, die wir mit der Zeit entdeckten.

Hier also meine Bildbotschaft. Sie richtet sich an die Egoman(n)en, Anstandsautisten, notgeilen Dumpfbacken und Trophäenjäger da draussen:

Barbie Trophy Wife Stinkefinger

Kiss my ass!

Yours, Stella

 

 

 

 

 

PS. Das heisse Heels-Foto oben ist vom unvergleichlichen @FotoRagazzo, Norbert Sülzner. Mehr davon, hier lang: https://hotcoffeecoolpictures.wordpress.com/damenschuhehoch/

 

28 Gedanken zu “#metoo

  1. iblistor sagt:

    Klar bist Du ein Fetisch für manche kranke Seele… Du bietest Dich aber auch dar wie in einem Schaufenster… Wenn Du tatsächlich keine derartige Aufmerksamkeit willst, dann bleibe unsichtbar und tanze nicht auf der Hauptstraße…

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Genau. Weil ich eine Frau bin, muss meine Sexualität ‚unsichtbar‘ bleiben. Schreibe ich über Gedanken und Gefühle zu meinen Neigungen, „suche ich Aufmerksamkeit“ und „biete mich an wie in einem Schaufenster“. Geht’s noch? Bist du schon mal auf die Idee gekommen, dass mein Ansinnen nicht ‚Aufmerksamkeit‘, sondern ganz simpel ‚Austausch‘ ist?

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        1. iblistor sagt:

          Upps 🙂 vertippt…

          beklagst Dich andererseits wenn er nicht so ausfällt wie Du Dir das vorstellst. Du bietest Deine Gedanken und Gefühle einem breiten Publikum an und nicht einem ausgewählten Freundeskreis. Daher werden diese unerwünschten Reaktionen auch nicht ausbleiben. Es sei denn, Du lässt den Rollladen herunter und hängst das Schild „Geschlossene Gesellschaft“ an die Tür.

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  2. Michael Behr sagt:

    Manchmal glaube ich echt, dass die Erfindung des World Wide Web eine ganz miese Idee gewesen ist, wenn ich das alles so lese. Denn in einer gewissen Hinsicht hat iblistor gar nicht so Unrecht, oder verdeutlicht zumindest das Problem (auch wenn die Aussage an sich natürlich alles andere als richtig ist): Öffentliche Postings oder Tweets sind eben öffentlich für alle. Das rechtfertigt aber nicht (!), dass sich deswegen die Schmeißfliegen und Stechmücken drauf stürzen, als ob jemand vergessen hätte, das Fenster zu schließen, als er/sie das Licht angemacht hat!

    Vielleicht wäre das eine Idee: Virtuelle Fliegengitter, die nur diejenigen durchlassen, die sich zu benehmen wissen. Sollte mal jemand erfinden. Bevor auch die letzten normalen Menschen es nicht mehr aushalten, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen und den Austausch zu suchen.

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          1. Michael Behr sagt:

            Das will ich gar nicht klein reden, weil ich davor nicht die Augen verschließe. Aber ich hoffe einfach darauf, dass der Anteil der Männer, die auf offener Straße auf dich zu treten und dich fragen, ob du ihre Sklavin werden willst, eher gering ausfällt. Ansonsten kann man denen wenigstens direkt die Handtasche ins Gesicht knallen …

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  3. Master Dan sagt:

    Ich kann zwar der Gedankengang von iblistor verstehen, die Frage ist aber ob jegliche Resonanz berechtigt ist. Jeder der ein bisschen mehr als nur bis drei zählen kann und diesen Blog liest, sollte auch in der Lage sein zu verstehen was darin steht. Da steht nicht „komm und nimm mich“ und schon gar nicht „auch wenn ich nicht will“. Was heut zu Tage in der Anonymität der Web abgeht, ist das was davor sich nicht mal getraute jemand anzusprechen. Glücklicherweise ein Teil von uns hat doch ein evolutionäre Entwicklung erlebt und kann auch ohne Keule umgehen.

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  4. 64er sagt:

    Tja – es ist anscheinend immer noch so, dass Männchen der Meinung sind, jede Frau die sich nicht in Sack und Asche kleidet oder die über Sex spricht, sich als Ziel für ihr Geseier opfern muss.
    Was soll der Quatsch?
    Es sind leider nicht (nur) die kranken Seelen von denen weiter oben zu lesen war, es ist auch nicht so dass Du Dich in ein Schaufenster stellst. Du zeigst Dich, als Person und nicht als passive Schaufensterauslage.
    Den Unterschied kann man unschwer erkennen, wenn man zwei, drei Deiner Blogbeiträge liest. Es sind immer wieder die gleichen niveauarmen und labilen Vertreter meines Geschlechts denen es einfach zu anstrengend ist, ihr Niveau über das eines Tiefseefischs anzuheben. Vom Sofa aus, sabbernd ein paar zusammenhanglose Buchstaben zu tippen…
    „Herr schmeiß Hirn ra“ – sagen die Menschen in meiner Heimat.
    Wie „iblistor“ auch nur einen Funken Verständis für solche Weicheier haben kann, lässt mich den Kopf schütteln.
    Es ist schon lange nicht mehr zum Heulen, es kotzt mich einfach nur noch an!

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Danke, lieber 64er, für diese klaren Worte. Genau die Argumentation von Iblistor ist leider – zusätzlich zum Müll, den gewisse Gestalten ungefragt in unser Leben laden – gang und gäbe. Sie führt dazu, dass Frauen – sogar solche, die körperlichen oder psychischen Übergriffe ausgesetzt waren – sich nicht trauen, sich zu wehren. Stattdessen zermartern sie sich das Gehirn, wo sie etwas falsch gemacht, ein missverständliches Signal gesetzt haben könnten. Die Frauen geben sich selber die Schuld. Danke auch für deinen Kommentar zum ‚mich in einem Schaufenster ausstellen‘. Obwohl ich intellektuell über solchen Aussagen stehe und sie nicht weiter diskutiere, hat das auch was in mir gemacht. Ich fragte mich, ob das stimmen könnte? Und das ist ein Sch… Gefühl, ehrlich. Danke also für das Zurechtrücken. Und hey – danke euch allen coolen, starken, respektvollen Männer da draussen, dass es euch gibt. Ich glaube, auch ihr leidet unter dem Kollateralschaden, den eure Geschlechtsgenossen anrichten…

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  5. hataibu sagt:

    Der Ansatz von Iblistor ist so typisch für Menschen, die sich nicht mit den Ursachen von Problemen auseinandersetzen wollen. Es geht dabei um reine Symptombekämpfung: „Zieh dir eine Burka an, dann belästigt dich auch kein Mann mehr“.
    „Die Männer“ (sprich: diejenigen Männer, für die das nicht sowieso selbstverständlich ist) müssen lernen, dass es tabu ist, eine Frau mit unangemessenen Avancen zu belästigen. Und die Tatsache, dass sich eine Frau sexy kleidet, oder ihre Sexualität offen auslebt, ändert daran nicht das Geringste. Das kann ja nicht so schwer sein, dass es ein durchschnittlich intelligenter Mann nicht versteht. Es bekommen ja auch alle hin, nicht nackt auf die Straße zu gehen.

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Danke, Hataibu! Wie schön, dass es auch eine ganze Menge Männer gibt, für die Anstand kein Thema ist. Die Frauen kennenlernen, verführen, ja, sogar BDSM-Sex mit ihnen haben können und – oh Wunder – die Frau dabei nicht entwerten oder unangemessen behandeln. Schön, versammeln sich viele von euch als Lesende auf meinem Blog. Ihr seid mein Licht im Dunkeln 🙂

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  6. Ophelia sagt:

    Dieser Schaufenster-Gedanke ist ein ganz faszinierender. Grundlegend verstehe ich – auch als betroffene Frau – den Gedanken dahinter. Das Problem ist…
    man muss es vereinfachen, damit alle begreifen, was diese Einstellung sagt. Es ist nämlich nichts anderes als das:

    Online präsentieren sich Menschen heutzutage ständig. Bei facebook angefangen. Die einen geben ihr Mittagessen preis, die anderen, wen sie gerade daten. Beim einen in Form von Beziehungsstatus auf facebook, beim anderen in Form eines Blogs.
    In unserer Zeit ist das alles das gleiche. Man präsentiert sich online, was heutzutage nicht viel mehr bedeutet als auf die Straße zu gehen – die einen sind eben extrovertierter als die anderen. So wie überall im Leben.

    Wer läuft jetzt also auf der Straße rum und behauptet, dass „die Tucke da drüben“ sich ja nicht als homosexuell outen soll, wenn sie sich entsprechende Kommentare ersparen möchte?

    Wer behauptet, dass der „Neger da hinten“ wieder zurück in sein Land soll, wenn er sich nicht so bezeichnen lassen möchte?

    Vermutlich der selbe, der behauptet, „die Schlampe muss sich nicht wundern, wenn sie als Fickobjekt gesehen wird – sie muss ja nicht öffentlich zeigen, dass sie so viel Spaß an Sex hat“.

    Das ist alles ein und dasselbe Prinzip.

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