Die austauschbare Sub

In meinen BDSM-Beziehungen habe ich bisher so etwas wie „Nicht-Austauschbarkeit“ erlebt. Na ja, das glaube ich jedenfalls.

Gleichwohl lese, höre und sehe ich Settings, in denen man sich ausschliesslich für sadomasochistischen Sex trifft, SMons, wenn man so will.

Bedeutet das also, dass die Sub austauschbar ist?

Gibt es wirkliche BDSM Liebe?

Sind Menschen, die dominant oder devot, sadistisch oder masochistisch sind, beziehungsfähig? Oder ist das dünne Band, an dem wir zusammen hängen, der Sex?

 

BDSM House of Gord

 

 

 

21 Gedanken zu “Die austauschbare Sub

  1. Michael Behr sagt:

    Hm, ich stelle mal die Gegenfrage: Wieso sollten sie es nicht sein? Ich denke, dass Beziehungen auf „BDSM-Basis“ dem Grunde nach erst einmal nichts anderes sind, als alle anderen Beziehungen zwischen Menschen auch. Es gibt vielleicht so eine Art „zweite Ebene“, die z.B. durch das Machtgefälle geprägt sein kann.

    Aber ja, ich würde sagen, dass Menschen in jeder Art von Beziehung zu echter Liebe fähig sind. Da gehört dann auch Sexualität dazu, das ist alleine schon durch unseren Hormonhaushalt bedingt. Und es war immer schon so, dass manche Paare mehr, manche Paare weniger durch den Sex zusammengehalten werden. Aber auch das betrifft sowohl die Vanillas als auch die BDSMler.

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      1. Michael Behr sagt:

        Das würde ich dann damit beantworten, dass es solche Beziehungen sicherlich gibt – würde aber ergänzen wollen, dass auch Männer hin und wieder nur austauschbares „Material“ darstellen.

        Es ist halt nicht jeder für die monogame Beziehung geboren. Ganz wertneutral formuliert. Und wenn da immer mit offenen Karten „gespielt“ wird (Doppeldeutigkeit bewusst) und Mann wie Frau damit klar kommen, dann passt das auch so.

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        1. Devote Romantikerin sagt:

          Hm. Offene Karten sind Vertrauensgrundlage, klar. Doch ich bezweifle, ob das hilft, wenn eine Person mehr an der Beziehung hängt als die andere. Gegen Gefühle helfen weder Argumente, noch Vereinbarungen… Auch an dich als Mann die Frage: Denkst du, ein Mann kommt leichter über eine Trennung hinweg, wenn er sofort mit einer anderen Frau Sex (und / oder BDSM) praktiziert?

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          1. Michael Behr sagt:

            Ich tue mich immer ein wenig schwer mit Aussagen wie „der“ Mann oder „die“ Frau. Ich habe schon beides gesehen: Männer, die Monate und Jahre einer Trennung hinterher weinen und bei denen auch andere Frauen nichts geholfen, sondern die Sache meist nur verschlimmert haben. Und ich habe Frauen erlebt, die so etwas wie Trennungsschmerz gar nicht zu kennen schienen und sofort den nächsten Kerl am Start hatten.

            Ich kann nur für mich selbst sprechen: Mir würde es sicherlich nicht helfen, sofort eine andere zu haben. Vielleicht für/gegen den Hormonstau, aber das wäre dann wohl auch nur Selbstbefriedigung mit einem lebendigen Partner. Weder meinem Kopf noch meinem Gefühl würde das reichen.

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  2. dom1970 sagt:

    Ich bin der Meinung, das die Liebe sogar noch gefestgt wird. Ein Partner, der einem so viel schenkt, gibt man doch nicht mehr her. Ich bin immer tief ergriffen, wenn ich die Paare beobachte, wie sie miteinander spielen. Diesen Tanz den sie tanzen ist so voller Vertrauen, das einem das Herz auf geht. Das wiederum funktioniert nur, wenn man länger und oft zusammen etwas macht. Ein einmaliges Treffen gibt das einfach nicht her.

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  3. rdesade sagt:

    Ich denke, eine SM-Beziehung ist eine Beziehung zwischen zwei Menschen, wie jede andere auch. Der Unterschied liegt darin, dass die sexuellen Vorlieben nicht denen der Mehrheit entsprechen.
    Auch eine Vanillabeziehung kann nur auf das sexuelle reduziert sein, ohne Liebe.
    Ich hatte eine Beziehung zu einer Sklavin, die leider an den Umständen gescheitert ist. Dennoch verbindet uns noch eine tiefe Zuneigung und Vertrautheit,
    Es ist wohl beim SM wie überall auf der Welt, es gibt nicht nur Solche, sondern auch Andere

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Lieber R, würdest du mir eine persönliche Frage beantworten? Du beschriebst, dass du eine Beziehung hattest, die dann scheiterte. Wie leicht fällt es dir nach solch einem Erlebnis, dich auf eine neue sexuelle Begegnung mit jemandem einzulassen? Vergisst du den Schmerz leichter, wenn schon die nächste Person da ist? Lenkst du dich damit ab? Was geht da in euch Männern vor?

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  4. meinegrenzen sagt:

    Ich denke/hoffe, dass beides möglich ist. Habe auch schon beides gesehen, wenn auch leider nicht selber erlebt.
    Meiner Meinung nach gibt es im BDSM noch mehr Komponenten, die bei einer Beziehung zusammen passen müssen.
    Und wie in Vanilla-Beziehungen auch, gibt es auch im BDSM die, die treu sind, oder eben nicht.

    Mag schon sein, dass wir uns mehr über Sex definieren als Stinos. Seit ich weiß was mir fehlt, wenn kein BDSM in meinem Leben ist, ist das mehr als verständlich für mich.

    Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, eines Tages eine BDSM-Liebe zu finden 😉

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  5. waldstern sagt:

    Die Frage nach der Austauschbarkeit der Sub bzw. der Existenz von BDSM-Liebe ist ein Klassiker, den du immer mal wieder diskutiert findest.

    Die einen sagen, ich brauche die Austauschbarkeit, weil ich die Distanz brauche. Ohne Distanz kann ich mich nicht fallen lassen bzw. nicht den anderen bespielen.

    Die anderen wiederum sagen, es wäre eine besondere Form von Zuwendung, die unbedingt, damit sie überhaupt funktioniere, Zuneigung erfordere.

    Ich denke, man muss sich zum einen klar werden was man will. Und es besteht auch das Problem des passenden Partners. Ich hatte schon Frauen, die sagten, dieses Spiel kann ich mit dir nicht umsetzen, dazu überzeugst du mich als Typ viel zu sehr; dies ginge nur bei entsprechender Distanz.

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    1. Devote Romantikerin sagt:

      Lieber Waldstern, ja, das Thema scheint uns alle immer mal wieder umzutreiben. Wie ‚meinegrenzen‘ gehöre auch ich zu denjenigen, die sich BDSM und Liebe wünschen. Gleichzeitig frage ich mich auch, ob nicht uns allen, die wir BDSM praktizieren, eine gewisse Distanz, aka Bindungsangst, innewohnt?

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      1. waldstern sagt:

        Ich hab jetzt nicht so unbedingt den Eindruck, dass man von einer Beziehungsunfähigkeit sprechen kann.

        BDSM-Leute sollen beispielsweise glücklicher sein:
        https://www.psychologytoday.com/blog/unique-everybody-else/201307/bdsm-personality-and-mental-health

        Ich kenne Femdom-Beziehungen, die strotzen regelrecht vor Haltbarkeit. Währenddessen in der Dom/Sub Konstellation eher häufig eine gewisse Hörigkeit anzutreffen ist. Erst kürzlich war ich auf einer Fete, da fehlte mir schon bei einigen Pärchen so das gewisse ungezwungene, fröhlich-Spielerische.

        Weibliche Subs sind wahrscheinlich auch nicht unbedingt einfach:
        https://renaafterdark.wordpress.com/2017/11/19/die-sub-das-unbekannte-wesen-eine-gebrauchsanleitung/

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  6. karimausi sagt:

    Nun ja, ich wage zu behaupten, dass ich BDSM lebe und liebe – also nicht nur BDSM sondern auch meine zwei Frauen. Und es ist keinesfalls dieses dünne Band an dem wir zusammenhängen. Wer die Vorgeschichte meiner Beziehung zu meiner heutigen Frau kennt, weiß sogar, dass wir eine „Spielpause“ eingelegt haben, als aus der Freundschaft+ (inkl BDSM) eine Partnerschaft wurde – um genau das auszuschließen.
    Ich gehöre auch zu denen, die zum Ausleben ihrer Neigungen diese Vertrautheit einer Liebesbeziehung brauchen. Mit Distanz kann ich mich nicht fallen lassen.

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      1. karimausi sagt:

        Ich lese ja viel bzw. bekomme recht viel erzählt und ich denke es ist egal ob Männlein oder Weiblein, ob DM mit SW oder DW mit SM oder DW mit SW… wobei mir da gerade auffällt, ich kenne nich ein DM/SM Pärchen…. aber das ist ein anderes Thema…. – also ich glaube, da gibt es keine Unterschiede (wer es nicht gleich verstanden hat D = Dom, S = Sub, M = männlich, W = weiblich). Es geht wie in der Liebe um Menschen, nicht um Geschlechter (meine Ansicht).
        Wo ich allerdings denke, dass es einen Unterschied gibt, ist, wenn man SM und DS getrennt betrachtet. Wenn es um reine SM Beziehungen geht, glaube ich, dass ich mehr kenne, die eine reine Spielbeziehung und damit meist auch austauschbarere Partner haben, als welche, die in einer LIebesbeziehung sind. Wenns um DS geht, dann dreht sich das Verhältnis meines Gefühl her aber.

        Und wie ich das mache? Ich liebe einfach. Punkt. Mehr Geheimnis steckt da nicht hinter – vielleicht, dass wir noch über alles reden. Völlig offen, ohne Scham und mit dem Versucht immer unvoreingenommen zu sein. Der Rest kommt dann von ganz allein.
        Und du weißt, dass ich gerade das Devote an mir immer wieder ein wenig in Frage stellt, den vieles von dem was andere als Devot bezeichnen ist für mich nichts anderes als Liebe. Ich möchte nicht das beste für meine Partnerinnen weil ich devot bin sondern weil ich liebe.

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        1. Devote Romantikerin sagt:

          Wow… Liebe Kari, vielen Dank für diese differenzierte Ansicht. Ich kenne es auch mehrheitlich so, dass der SM Teil mit austauschbaren Partnern eher möglich zu sein scheint. Und dass diese Austauschbarkeit für sadistische respektive masochistische Partner – wie hier in den Kommentaren auch mehrfach zu lesen war – teilweise gradezu eine Grundvoraussetzung für diese Art von Sex zu sein scheint. Für die Devoten mit lediglich masochistischen Tendenzen sieht es anders aus – da kann ich mitreden. Wie du sagst – Devotie ist vielleicht nichts anderes als in Körperlichkeit transformiertes Liebesgefühl. Jedenfalls, wenn man diese Neigung in sich trägt. Das bedeutet keinesfalls, dass man im Realleben besonders unterwürfig oder ‚zudienend‘ sein muss. Kann, muss aber nicht.

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          1. karimausi sagt:

            Ja, genau so sehe ich das auch – also das von dir geschriebene sowieso, aber ich meine speziell das mit der Unterwürfigkeit. Ich würde sogar behaupten, dass es ziemlich viele gibt, die im Leben außerhalb ihrer Beziehung überhaupt nicht unterwürfig sind.

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